Die Bad Brückenauer Heilquellen am Südwestfuß der Rhön wurden 1747 neu entdeckt. Die älteste Erwähnung einer Mineralquelle in der Gegend stammt aus dem Jahr 1674. Die Entdeckung und Fassung fiel in die Regierungszeit des Fürstabts Amandus von Buseck (1737-57), später Fürstbischof.
Erste Kurgebäude wurden errichtet: Je drei pavillonartige, zweigeschossige Wohnhäuser mit Mansardendächern wurden zu beiden Seiten einer aus vier Baumreihen bestehenden, von Norden nach Süden verlaufenden Allee gebaut. Am Nordende dieser Kurpromenade lag auf Anhöhe ein Querbau. Die Bauten erhielten die Namen Hirsch, Widder, Schwan bzw. Lamm, Biber und Löwe, der Querbau und späterer Fürstenbau hieß Roß. Ein Kuppelbau auf acht Säulen an der Südostseite der Allee überdacht die Quelle. Diese Anlage war 1749 fertiggestellt worden. Einen weiteren Ausbau der Anlage verhinderte zunächst der Siebenjährige Krieg (1756-63). Das Land litt unter Truppendurchzügen, Einquartierungen, Kontributionen und Plünderungen. Das Hochstift Fulda war hart am Rande des Ruins. Trotzdem erlebte das Bad in der Regierungszeit des Fürstbischofs Heinrich von Bibra (1759-88) ab 1764 wesentliche Impulse. Ein erstes Badehaus wurde 1779 erbaut – bis dahin wurden alle Bäder in Holzbadewannen in den Zimmern der Gäste verabreicht. Am Ende der Regierungszeit des Heinrich von Bibra war die bauliche und gärtnerische Ausgestaltung der Anlage zunächst abgeschlossen.
Die französischen Revolutionskriege brachten für die Entwicklung des Bades einen regelrechten Absturz. Es mußte verpachtet werden, litt unter Truppendurchzügen und Plünderungen – die Besucherzahl ging zurück. 1796 fanden sich gerade 127 Gäste zur Kur ein. 1819 wurde Fulda dem Großherzogtum Frankfurt zugeschlagen, 1816 fiel Brückenau an Bayern. Jetzt begann die eigentliche Blütezeit.
König Ludwig I. (1786-1868) entdeckte die Liebe zum Bad und weilte zwischen 1818 und 1862 insgesamt 26 Mal am Südwestfuß der Rhön. Der Sohn König Maximilian I. wurde mit 29 Jahren bayerischer Monarch. In manchem Sommer wurde Bayern vom Brückenauer Fürstenhof aus regiert. Dort wurden Entscheidungen getroffen, die in mancher Hinsicht noch heute ihre Wirkung haben. Er machte das heutige Staatsbad zum Kleinod unter den bayerischen Kurorten.
Hier kam es im Jahr 1847 zur Begegnung von Ludwig I. und Eliza Gilbert alias Lola Montez. Die Tänzerin und Hochstaplerin Lola wohnte in einer kleinen Villa unterhalb des Fürstenhofes, im Löwen. Der 62jährige Ludwig verlor nicht zuletzt wegen Lola Montez (1820-1861) im Jahr 1848 die Krone. Die Affäre erschütterte damals die bayerische Monarchie in ihren Grundsätzen und hätte die Wittelsbacher beinahe um den Thron gebracht.
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